Geburtshilfe

Von molekularen Mechanismen zu neuen Therapieansätzen

Die Schwangerschaft stellt den mütterlichen Organismus vor außergewöhnliche metabolische und kardiovaskuläre Anpassungen. Kommt es zu Störungen dieser Anpassungsprozesse, können schwerwiegende Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie entstehen, die sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Unsere Forschungsgruppe untersucht, wie Stoffwechsel, Plazenta und Gefäßsystem miteinander interagieren und welche Rolle diese Wechselwirkungen bei Schwangerschaftserkrankungen spielen. Unser Ziel ist es, krankheitsrelevante Signalwege zu identifizieren und daraus neue diagnostische und therapeutische Ansätze abzuleiten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt momentan auf der Präeklampsie, einer der häufigsten Ursachen für maternale und perinatale Morbidität weltweit. Durch die Kombination klinischer Kohorten, moderner molekularer Analysen und humanbasierter Modellsysteme wollen wir die biologischen Mechanismen dieser Erkrankung besser verstehen und neue Therapieoptionen entwickeln.

Ansprechpartnerin

Hanna Allerkamp, PhD
T: +43 316 385 13532

Ziele

Unsere Schwerpunkte

  • Metabolisch-vaskuläre Signalwege bei Schwangerschaftserkrankungen: Wir untersuchen, wie metabolische Veränderungen die Interaktion von Plazenta, Gefäßsystem und mütterlichem Stoffwechsel beeinflussen. Dazu nutzen wir laborbasierte Methoden und Computermodelle der uterinen und feto-plazentaren Gefäße.
  • Biomarker und klinische Kohorten: Durch die Analyse von Blutproben und klinischen Daten schwangerer Personen identifizieren wir metabolische Signaturen und potenzielle Netzwerke von Biomarkern, die zur Vorhersage und Charakterisierung von Schwangerschaftserkrankungen beitragen können.
  • Humanbasierte Testsysteme für neue Therapien: Ein zentrales Ziel unserer Forschung ist die Entwicklung einer translationalen Testplattform für Schwangerschaftstherapeutika. Hierfür kombinieren wir klinische Daten mit humanen Gewebemodellen und innovativen präklinischen Systemen, um Wirksamkeit und Sicherheit neuer Therapien unter physiologisch relevanten Bedingungen zu untersuchen.
  • Langfristige Vision: Langfristig verfolgt die Forschungsgruppe das Ziel, eine integrierte Plattform für die Entwicklung und Testung neuer Therapien in der Schwangerschaft zu etablieren. Durch die Verbindung von Kohortendaten, molekularer Charakterisierung und humanrelevanten Modellsystemen möchten wir den Weg von biologischen Erkenntnissen zu klinisch nutzbaren Therapieansätzen beschleunigen und so zur Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind beitragen.
Forschungsprojekte

Unser Projekt

  • GLP-1 Receptor Agonisten in der Präeklampsie Therapie (GRIP)
    Das Projekt GRIP untersucht das Potenzial von GLP-1-Rezeptoragonisten als neue therapeutische Strategie bei Präeklampsie. In einer human-relevanten Testplattform werden die zugrunde liegenden metabolisch-vaskulären Mechanismen charakterisiert und die Eignung dieser Wirkstoffklasse für eine zukünftige Anwendung in der Schwangerschaft evaluiert.
    Förderung: BioTechMed-Graz Young Researcher Group Program